Donnerstag, 15. November 2012

off to Laguna Lauricocha

Unsere Vorbereitungen für das Projekt: Descent upper Amazon befinden sich in den letzten Zügen. In den vergangenen fünf Tagen konnten wir eine Erstbefahrung des Rio Salka sowie eine Dreitagestour am Rio Apurimac für uns verbuchen.
Our preparation for the project: descent upper Amazon is coming to an end. In the past 5 days, we managed a first descent of the Rio Salka and went on a multi day of three days on the Rio Apurimac.  

Peruanische Suppe als Frühstück auf dem Weg zum Rio Salka
Peruvian soup as a breakfast on our way to Rio Salka

Rio Salka auf 4300m, im Hintergrund ein vergletscherter 6000er
Rio Salka at 4300m above sea level with a 6000m high glacier in the background

Der Rio Salka ist Aufgrund des von uns gewählten Einstiegs auf ca. 4200m ü.NN eine hilfreiche Vorbereitung auf die Befahrung in großen Höhen. Alles in allem ist der Bach kein wildwassertechnischer Höhepunkt, des weiteren lauern viele Gefahren in Form von Siphonen und Tunnelsystemen in denen der reisende Bach hunderte Meter unter den Peruanischen Bergen verschwindet, dennoch schlängelt er sich in absoluter Abgeschiedenheit durch eine atemberaubende Kulisse.

On the Rio Salka we put in at 4200m above sea level. This was a nice test to see how our bodies deal with paddling on these altitudes.
Considering everything the river isn't a real highlight for us whitewater kayakers. Steep canyons are full of siphons and the fast running river disappears suddenly under the mountains of Peru in a cave to appear after a few hundred meters. Leaving out the aspects caves and siphons  the river recompenses you with beautiful steep and remote canyons with a wonderful panoramic view onto a glacier an big mountains. 




Umtragen der Tunnelsysteme
Portaging the tunnel systems


Einfahrt in den großen Canyon
Entry into the big canyon

Direkt vor dem Eingang in den ersten Tunnel
Just before the entry into the first tunnel
Einstieg nach dem Umtragen der Tunnel
Getting back into the boats after portaging the tunnel

Rio Salka

Eingang in den nächsten Tunnel
Entry into the next tunnel
Alonso is happy!


Zur Vorbereitung auf die Befahrung von schwerem Wildwasser mit beladenen Booten wählten wir eine dreitätige Befahrung des Rio Apurimac. Auch dieser birgt schweres Wildwasser im fünften Schwierigkeitsgrad in totaler Abgeschiedenheit. Aufgrund des Flussverlaufes in einer sehr tiefen Schlucht ist der einzige Weg nach Draußen die  Befahrung mit dem Kajak bis zur nächsten Straßenbrücke. An Hilfe in Problemsituationen ist in dieser Gegend nicht zu denken.

Our multi day on the Rio Apurimac was our last point of preparation. It contains several rapids up to class 5 whitewater in a steep canyon with the only exit by kayak. Help is far away and is no option if something goes wrong.

Sepp on Rio Apurimac

Pirmin on Rio Apurimac

Nils on Rio Apurimac

Flo on Rio Apurimac


Waldbrand in der Schlucht des Rio Apurimac
Woodburning in the canyon of the Rio Apurimac



Auf dem Weg zurück nach Cusco
Getting back to Cusco

Nach einem Jahr intensiver Vorbereitung und einer dreiwöchigen Akklimatisierungsphase in der Region Cusco sind wir nun bereit die Befahrung des oberen Amazonas zu starten. Am späten Nachmittag des 15.11.2012, peruanischer Zeit, starten wir unsere 1100 km lange Reise an unseren Startpunkt, Laguna Lauricocha, 60km von Cerro de Pasco entfernt.

After a year of serious planing and three weeks of acclimatization we are going to try to kayak the upper Amazon. In the afternoon on the 15.11.2012 we'll start our 1100km long journey to our final destination: Laguna Lauricocha close to Cero de Pasco.

Mittwoch, 7. November 2012

Rio Urubamba

scouting Rio Urubamba
Die Gruppe ist seit zwei Tagen komplett. Deshalb geht es auf zum Rio Urubamba - laut "local" Alonso gut zum warmfahren. Doch es hat die Nacht zuvor ordentlich geregnet, weshalb nun der Wasserstand deutlich ansteigt. Die Katarakte folgen schlag auf schlag und es sind nur noch wenige Kehrwässer vorhanden. Die Schwierigkeiten nehmen kontinuierlich zu und lassen wenig Zeit zum verschnaufen. Wuchtwasser vom feinsten, welches kaum Platz für Fahrfehler lässt.
Nach fünf Stunden auf dem Bach erreichen wir den Ausstieg und gelangen drei Stunden später wieder in unser "Mission Control Center" in Cusco.

Since two days the group is complete, so we headed down to Rio Urubamba which local Alonso recomended us as an good warmup run. As we reached the put in we realized that the heavy rain druing the night time made the river rise and turned it into "chocolate brown". The high water made the rapids very continues and left no room for mistakes.
After five hours on the river we reach the takeout and went back home to "mission control center".


Primin Dlugosch zieht am Stock.
Pirmin Dlugosch pulls hard.

Nils Dippon beim boof.
Nils Dippon while boofing.

Flo Fischer
MCCC (Mission Control Center Cusco)

Montag, 5. November 2012

"Apurimac - speaking god"

Wecker klingelt, 3Uhr morgens - wir quälen uns aus den Penntüten und machen uns auf zum Apurimac. Über unbefestigte Bergstraßen erreichen wir nach beängstigenden 5st Anfahrt die Brücke zum Einstieg. Nachdem der Proviant
4Uhr morgens am Busbahnhof
4am at the busstation
und Kleidung im Boot verstaut sind begeben wir uns auf unseren ersten Multidaytrip in Peru. Apurimac, heißt "sprechender Gott" was vermutlich auf den ohrenbetäubenden Lärm des Flusses zurückzuführen ist.

The alarm clock tore us out of our sleeping bags and we start our trip to Rio Apurimac. A Bus took us over a scary gravel road to the put in bridge. We packed all our gear and supplies for the following days into our kayaks and started our way downstream. Speaking god which is also a name for the Apurimac, could come from the roaring sound of the river.

Sicht von 3500m auf die Apurimac Schlucht
View from 11.500ft down to the Apurimac gorge
Einstieg
put in

Nils Dippon in einem der größeren Katarakte
Nils Dippon in one of the bigger rapids
Mittagessen
lunch
Sepp Cetinköprülü in einem der Katarakte
Sepp Cetinköprülü in one of the rapids
Bei bestem Wetter und vielen tollen Katarakten erreichen wir unser erstes Nachtlager. Schon während dem Abendessen sehen wir wie ein Andenunwetter aufzieht. Aus gewichtsgründen haben wir kein Zelt dabei, sondern nur ein kleines Tarp und ein Biwaksack. Als es dunkel wurde, zeichnete sich vor unseren Augen ein kleines Naturspektakel ab. Es blitzte und donnerte und der Hang gegenüber schien darauf zu reagieren. Hunderte Glühwürmchen blinkten zurück. Kurz danach brach der Regen über uns herein.


We enjoyed the numerous rapids, sunshine and the beautiful scenery. In the late afternoon we reached our camp. As we started to cook we already could hear a storm coming up. As it got dark we were part of a little natural spectacle. Hundreds of glowflies seemed to react to the lightning. Shortly after this spectacle it began to rain. We only had a little tarp and a bivy bag.


U-bootfahrt am Rio Apurimac
Submarine at Rio Apurimac

Am nächsten Morgen weckte uns strahlender Sonnenschein. Verstochen von den Moskitos quälen wir uns aus unserer feuchten Schlafsäcken. Es folgen zahlreiche extrem wuchtige Katarakte, da über nacht der Pegel um ca. 40cm gestiegen war. Gegen späten Nachmittag erreichen wir müde aber sicher den Ausstieg.


wunderschöne Landschaft
nice scenery

We woke up on a sunny morning and were able to leave our wet sleeping bags. The water level rose about one feet which caused numerous large rapids. In the late afternoon we reached tired but save the take out.



Sepp beim scouten
Sepp scouting one of the rapids






Freitag, 2. November 2012

Chillca

Einstieg Chillca
put in Chillca
Mit einer sporadischen Wegbeschreibung machen wir uns auf zum Chillca mit Bus und Taxi.
Auf dem Abschnitt Chillca ist der Rio Urubamba ein verblockter Wuchtwasserbach, der Richtung Machu Picchu strömt.
Warmes Wasser und wuchtige Katarakte der Extraklasse, welche kurz aufeinander folgen, machen den Rio Urubamba zu einer perfekten Vorbereitung für unser Projekt.
Leider schlägt das Wetter schnell um und wir befinden uns mitten in einem gewaltigen Anden-Unwetter.
Bei strömendem Regen und Gewitter erreichen wir den Ausstieg.

Nils in einem der zahlreichen Katarakte
Nils in one of the numerous rapids

Morgen steht ein Mehrtagestrip auf dem Rio Apurimac auf dem Programm bei dem wir uns an die beladenen Kajaks gewöhnen können.


With a inexact description we head of to the section Chillca on the Rio Urubamba by bus and taxi. The Chillca section is a high volume run that flows through a boulder yard.
Rio Urubamba flows towards the famous Machu Picchu. The warm water and big continues rapids is a perfect preperation for our upcoming project the Amazon.
Unfortunately the weather changed and we found our selfs in a big thunderstorm. Under these circumstances we reached the take out.
Tomorrow we will go on a multiday trip down the Rio Apurimac, where we will get used to fully loaded kayaks. 

Dienstag, 30. Oktober 2012

Mate de Coca



Der ganze Trip fängt mit drei Stunden verspätung in Frankfurt an.

Aufgrund dieser sind wir "gezwungen" in San Juan (Puerto Rico) im Edelhotel auf Condor kosten einzuchecken.

Somit haben wir weitere 24 Stunden zur Tarnung unserer "Surfboards" mit Bettlaken aus dem Hotel.

The trip began with a 3h delay in Frankfurt. The good thing about that was free hotel and food. This also ment that we had 24h to camouflage our "Surfboards" with bed sheats out of the hotel.

Die ganze Mühe ist umsonst, die Tarnung als "special big wave surf-boards" flog auf - wenigstens konnten wir die Waage am Flughafen manipulieren.


Nach weiterer Zwischenlandung in Panama erreichen wir Lima mitten in der Nacht.

All our efforts haven't payed out, cause they unpacked the "Surfboards". At least we were able to manipulate the scale. After short brake in Panama we arrived at Lima Airport around midnight.



Nils mit den noch schlecht getarnten "Surfboards" in Puerto Rico
 Nils with badly camouflaged "Surfboards" in Puerto Rico


Taxi fahren mit Kajaks auf dem Dach ohne Dachträger - in Lima kein Problem
a taxi ride with kayaks and without roof racks - no problem in Lima
Voller Tatendrang, in den Fußstapfen Herbert Rittlingers (Kajakpionier), machen wir uns auf von Lima (0m) nach Cerro de Pasco (4300m) um den Pegel des Rio Lauricocha zu checken.

Verkehrsmittel der Wahl: 

8 std. "ranziger Bus".

Stoked and full of energy we started our trip, following the path of Herbert Rittlinger (kayak pioneer), from Lima (0ft) up to Cerro de Pasco (14.100ft) to check the waterlevel of the Rio Lauricocha.
We choose the 8h drive with a crappy bus.



kurz vor Cerro de Pasco auf ca 4300m
shortly before Cerro de Pasco (14.100ft)
Wir wundern uns noch warum wir nur mit Inkas im Bus sitzen.
Rätsels Lösung folgte im zweiten Stock unseres Hotels nach schleppen unserer Boote:

Atemnot, Fieber, Herzrasen, Schüttelfrost, Hitzeanfälle, unbändige Kopfschmerzen.

Nun war guter Rat teuer. Selbst Mate de Coca (Tee aus Kokablättern), Asperin und 8l Wasser brachten keine Linderung. Die Höhenkrankheit nahm uns jegliche Aussicht auf die noch 60km vor uns liegende Anfahrt zur Quelle (welche über einen Pass mit 5300m führt).


We wondered why we were the only gringos on the bus. 8h later we discovered the reason, carrying our kayaks up in to the second floor.

short of breath, fever, shivering, palpitations, heat waves and a headake followed.
Mate de Coca (Tea out of Coca leaves), Asperin and 2 gallones of water didn't seem to help.


gezeichnet von der Höhenkrankheit
branded by the alltitude sickness
Geschlagen müssen wir die Rückreise in niedrigere Gefilde antreten, um uns von der Höhenkrankheit zu erholen. Die kleine Niederlage bestärkt uns noch mehr in unserem Vorhaben den oberen Amazonas als erste Europäer zu befahren.

The alltitude sickness made the 60km over a 17.000ft tall ridge to the put in of the Rio Lauricocha undoable. Our only chance was to move to lower ground for recovery.
This set back strengthend us in our will to achieve the first european descent of the upper Amazon.

Wir entschließen uns nach Cusco, Hauptstadt der Inca, zu reisen (24st. Busfahrt) um uns dort in 3600m Höhe zu Akklimatisieren, Einzupaddeln und auf den Rest der Gruppe zu warten.

We decided to do the 24h bus drive to the Inca capital Cusco (12.000ft) to get used to the alltitude and wait for the rest of our crew.


Nils mit Perus Lieblingsgetränk: Inka Kola
Nils with Peruans favourit drink: Inka Kola

Cusco die ehemalige Inka Hauptstadt
Cusco the former Inka capital